Personenschleusen und E-Ticketing – machen wir Wiens U-Bahnen sicherer

19. Juli 2010 | Kategorie: Idee der Woche, Sicherheit

Mehr Sicherheit in den Öffis und eine Kampfansage an Schwarzfahrer

Heute Montag hat Christine Marek zu einer Pressekonferenz bei der U-Bahn-Station Rathaus eingeladen, um das Modell einer Sicherheitsschleuse, wie man sie aus den Londoner, Pariser oder Amsterdamer U-Bahn-Sytemen kennt, zu präsentieren.

Sicherheitsschleusen und Videoüberwachung der Zutrittssysteme

Trotz gestiegener Polizeipräsenz kommt es in den Wiener U-Bahn-Bereichen immer wieder zu Gewaltübergriffen, Beschaffungskriminalität und Handydiebstählen. – Was in zahlreichen Städten Europas schon lange erfolgreich funktioniert, könnte auch in Wien die Kriminalität im U-Bahn-Bereich erheblich reduzieren, lautet die Überlegung der ÖVP.
Christine Marek schlägt deshalb vor, die Zugänge zu U-Bahn-Stationen durch Personenschleusen mit einem elektronischen Ticket-System zu sichern. Vor allem nachdem die langjährige Forderung der Jungen VP nach einer 24h-U-Bahn Anfang September diesen Jahres umgesetzt wird, seien Investitionen in die Sicherheit notwendiger denn je. Eine zusätzliche Videoüberwachung bei Ein- und Ausgangsterminals könnte wesentlich zum Schutz der Nachtschwärmer, aber auch aller anderer Öffi-Fahrgäste, beitragen.
Vorgeschlagen wurde übrigens für ein „Schiebetür“-System anstelle von Drehkreuz-Absperrungen, um auch im Notfall die Sicherheit der Fahrgäste zu garantieren. Wenn es die Situation erfordert, lassen sich die Personenschleusen öffnen, was eine rasche Fahrgastevakuierung gewährleisten soll.

E-Ticketing für alle Wiener Verkehrsmittel

Die Zutrittsysteme würden Fahrscheinkontrolleure zumindest im U-Bahnsystem obsolet machen, denn neben einem Rückgang der Kriminalität erhofft sich die Wiener ÖVP-Chefin auch eine Eindämmung des Schwarzfahrens. Einen Vorteil für die Wiener Linien sowie eine Vereinfachung für den Fahrgast würde die Einführung von E-Tickets gewährleisten. Hierbei handelt es sich um personalisierte Karten mit einem gewissen Guthaben oder Jahreskarten. Abgebucht soll immer nur der günstigste Tarif werden. Das bedeutet am Tag nicht mehr als eine Tageskarte, in der Woche nicht mehr als eine Wochenkarte, im Monat nicht mehr als eine Monatskarte. Was etwas kompliziert anmutet ist schnell erklärt: Wer ein E-Ticket besitzt, hat keinen Grund mehr, eine Wochenkarte fluchend in den Mistkübel zu werfen nur weil er vier Tage lang krank war und die nächste Woche bereits angefangen hat. Abgebucht wird nur, was tatsächlich gefahren wurde. – Soviel zur Nützlichkeit für den Fahrgast.
Für die Wiener Linien brächte das E-Ticket insofern einen Vorteil, als dass es fälschungssicher sei. Auch brauchbare und aussagekräftige Fahrgaststrom-Analysen wären damit möglich.
Wer den Missbrauch personenbezogener Daten fürchtet, hat keinen Grund zur Beunruhigung. Da Nutzungsdaten und Namen nur auf Wunsch des Kunden zusammengeführt werden können, soll auch der Datenschutz gewährleistet sein.

Alles in allem ist das vorgeschlagene System eine Idee, die durchaus diskutiert werden kann. Ein sicheres U-Bahn-System ist auf jeden Fall wünschenswert. – Nur wer lieber „schwarz“ fährt, hätte wohl nichts mehr zu lachen.

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