Beruf und Familie – Armutsfalle Teilzeitjob?
5. März 2010 | Kategorie: Arbeit, FeatureLaut einer Umfrage sind 25 Prozent der Wiener Frauen mit ihrer sozialen Lage unzufrieden. Ein Teilzeitjob jagt oft den nächsten. Was rauskommt, ist nicht viel.
Beruf UND Familie: Wer schafft´s wirklich?
Wien genießt im Grunde den Ruf, dass in dieser Stadt Familie und Beruf zusammengehören könn(t)en. Fakt ist allerdings, dass eine tatsächliche Vereinbarkeit von beruflichen Aufgaben inklusive wertvoller Kinderbetreuung nicht in erster Linie die angekündigte Vereinbarkeit mit sich bringt, sondern viel mehr eine Herausforderung, der man nicht immer gewachsen ist. Fakt ist auch, dass sich ein beachtlicher Teil der WienerInnen dreierlei für´s Leben wünscht: Kinder zu haben, einer erfüllenden beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können und dabei noch dazu fair bezahlt zu werden.
Abrutschgefahr Teilzeit
Viele Familien kennen die Situation: Nach (oder schon während) der Karenz ist oft erstmal Teilzeittätigkeit angesagt (zumindest für einen Elternteil – in den meisten Fällen sind es die Frauen). Ein Job, der es möglich macht, dass man zu Mittag die Kleinen aus Krippe oder Kindergarten abholen kann). In vielen Fällen zieht sich diese Teilzeit-Situation bis in die Schulzeit hin. Entweder, weil man das so will oder weil das Haushaltsbudget der Familie es erlaubt, oder weil es einfach nicht anders geht: Nach wie vor mangelt es in Wien an ganztägigen Betreuungsmöglichkeiten. Derzeit bieten nur 30 Prozent der Wiener Schulen Nachmittagsbetreuung. Ein Teufelskreis ist im Entstehen. (Vor allem) Frauen verharren über Jahre hindurch in Teilzeittätigkeiten und schaffen einen gelungenen Wiedereinstieg in den Beruf nur mehr schwer bis gar nicht mehr.
Die Frauenpolitik muss in Wien so schnell wie möglich auf Vordermann gebracht werden. Ganz so rosig (wie es die Stadt gern behauptet) ist es nämlich nicht.




